Zu allen Zeiten und in allen Kulturen gab und gibt es Heilkundige. Früher waren das Frauen und Männer mit besonderem, nicht selten geheimen, Wissen. Die Zusammenstellung von Pflanzen, Pflanzenteilen und Mineralien zu wirkungsvollen Heilmitteln war immer schon ein dringendes Anliegen der Menschen.

Wenn wir uns heute ein Rezept anschauen, dann finden wir am Anfang des Rezeptes (neben Datum und Name des Patienten) immer die Abkürzung „Rp.“. Aber was bedeutet dieses „Rp.“? Diese Abkürzung steht für „recipe“, was so viel bedeutet wie „nimm“. In alten Zeiten wurden Rezepturen mit den Worten „recipe cum deo“ begonnen, was so viel heißt wie „nimm mit Gott“.

Ich finde das sehr bemerkenswert. Es zeigt, mit welcher inneren Einstellung Heilkundige früher eine Rezeptur zusammengestellt haben. Man überließ nichts dem Zufall und forderte sogar die Unterstützung „von ganz oben“ an. Hier wurde mit größter Sorgfalt gearbeitet. Die Rezeptur sollte besser wirken als ein Zauberspruch.

Im Rezept folgt nun die „ordinatio“ (Verordnung) – also die Auflistung der Bestandteile. Der Hauptwirkstoff („remedium cardinale“) wird gefolgt von den Ergänzungsmitteln („adjuvans“). Geruchs- bzw geschmacksverbessende Stoffe („korrigens“) folgen nun. In Teemischungen finden sich oft Geschmackskorrigentien. Am Ende werden Füllstoffe bzw. Lösungsmittel („konstituens“) notiert.

Im Anschluss an die „ordinatio“ folgt die „subscriptio“ (Anweisung). Dort lesen wir dann z.B. M.f.spec. („Misce ut fiat species“) – was so viel bedeutet wie „mische dass es werde ein Tee“. Hier eine kleine Auswahl von gängigen Abkürzungen (Anweisung und Endprodukt):

M.f.bals. („Misce ut fiat balsamum“) Balsam
M.f.dil. („Misce ut fiat dilution“) Dilution (Verschüttelung)
M.f.emuls. („Misce ut fiat emulsio“) Emulsion
M.f.caps. („Misce ut fiat capsula“) Kapsel
M.f.sol. („Misce ut fiat solutio“) Lösung
M.f.ol. („Misce ut fiat oleum“) Öl
M.f.pulv. („Misce ut fiat pulvis“) Pulver
M.f.succ. („Misce ut fiat succus“) Saft
M.f.ungt. („Misce ut fiat unguentum“) Salbe
M.f.tabl. („Misce ut fiat tabulettae“) Tablette
M.f.spec. („Misce ut fiat species“) Tee, Teemischung
M.f.tinc. („Misce ut fiat tinctura“) Tinktur
M.f.supp. („Misce ut fiat suppositorium“) Zäpfchen

Am Ende der Rezeptur folgt dann die „signatura“ (Auszeichnung) – also eine Anweisung, wie die Beschriftung, Einnahme bzw. Anwendung und Abgabe erfolgen soll z.B. DS. 3 x tgl. 10 Tr. („da signa“) – gib ab und beschrifte. Manchmal werden „subscriptio“ und „signatura“ zusammengefasst z.B. MDS. 2 x tgl. 10 Tr. (Misce, da, signa „2 x täglich 10 Tropfen“ – mische, beschrifte und gib ab).

Die Heilpraktiker Software heilpraxisLIFE enthält ein Modul zur Verwaltung von phytotherapeutischen Drogenmischungen. Der Ausdruck der Rezepturen kann an das eigene Rezeptformat angepasst werden. Es können beliebig viele Rezeptbestandteile und Rezepturen angelegt werden.

Hier ein paar Beispielrezepturen:

 

Hustentee mit Angaben zu den Mengen

Rp.

Alantwurzelstock (HELENII RHIZOMA) 20,0

Thymiankraut (THYMI HERBA) 15,0

Schlüsselblumenwurzel (PRIMULAE RADIX) 5,0

M.f.spec.

DS. 2 bis 4 mal täglich eine Tasse

 

Blasen- und Nierentee

Zusatz aa = ana partes aequales (zu gleichen Teilen, gilt für alle vier Bestandteile)

Rp.

Hauhechelwurzel (ONONIDIS RADIX)

Brennesselkraut (URTICAE HERBA)

Goldrutenkraut (SOLIDAGINIS HERBA)

Löwenzahn (TARAXACI RADIX) aa 25,0

M.f.spec.

DS. 3 mal täglich 1 Tasse

 

Bachblütenmischung (bei Angst vor Ablehnung)

Von beiden Bachblüten je 10 Tr. nehmen. Dann auf 50 ml auffüllen
(ad = bis zur Gesamtmenge von …).

Rp.

Bachblüte Nr. 4 Centaury

Bachblüte Nr. 19 Larch aa 10 Tr.

Weinbrand ad 50,0 ml

M.f.tinc.

DS. 3 x 5 Tr. tgl.

 

Experte
Stefan Lackermeier
Heilpraktiker
info@heilpraktikersoftware.de
www.heilpraktikerausbildung.de
www.naturheilpraxis-lackermeier.de

 

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